Dorothea Elizabeth Orem (* 15. Juli 1914 in Baltimore, Maryland, Vereinigte Staaten; † 22. Juni 2007 in Savannah) war eine US-amerikanische Krankenschwester, Pflegetheoretikerin und Unternehmerin.

Leben
Orem absolvierte 1930 ihr Examen an der Krankenpflegeschule des Providence Hospital in Washington bei den dort tätigen Barmherzigen Schwestern. Anschließend nahm sie ein berufsbegleitendes Studium der Pflegepädagogik auf, das sie 1939 mit einem Bachelor of Science in Krankenpflege sowie 1945 mit dem Master of Science of Education an der Katholischen Universität von Amerika, Washington abschloss.
Im Jahre 1968 begann Dorothea Orem mit der Entwicklung sowie der Erprobung ihrer Theorie der Selbstpflege, die sie 1971 in dem Buch Nursing concepts of practice veröffentlichte. Sie erhält bis heute Anerkennung in der Fachwelt, wobei der größte Kritikpunkt ihrer Theorie darin besteht, dass sie von „gestörten Funktionen“ des Menschen ausgeht und somit eine eher negative Sichtweise aufbaut. Ihre Begriffsdefinitionen haben einen hohen Stellenwert in der Pflegewissenschaft.
Definition der Selbstpflege nach Orem
Selbstpflege ist nach Orem die freiwillige Produktion und Ausübung von Handlungen, die auf die eigene Person oder die eigene Umgebung gerichtet sind, um die eigene Funktion und Entwicklung zu regulieren und um Leben, Gesundheit und Wohlbefinden anzustreben.
Selbstpflege ist die Gesamtheit aller Handlungen um für sich selbst sorgen zu können.
Ein Selbstpflegedefizit entsteht, wenn die Selbstpflegefähigkeit eines Menschen geringer ist, als sein Pflegebedarf.
Pflegekräfte unterstützen Patientinnen und Patienten gezielt dabei, ihre Selbstfürsorge (wieder) zu erlangen oder zu erhalten.
Wenn Menschen krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen, greifen Pflegepersonen ergänzend oder kompensierend ein.
Ziel ist es, die Autonomie der Patientinnen und Patienten zu fördern.
Die Pflege wird so geplant, dass sie individuelle Hilfe zur Selbsthilfe leistet.
Rolle der Pflegekraft:
Die Krankenpflege erfolgt partnerschaftlich und interaktiv. Pflegepersonen begleiten, motivieren, unterrichten und unterstützen physisch, psychisch und organisatorisch.