Zur Dekubitusprophylaxe müssen gefährdete Personen unverzüglich nach der Risikoerkennung eine Druckentlastung erhalten, zum Beispiel mittels Bewegungsförderung oder Positionswechsel. Ist eine Druckentlastung darüber nicht oder nicht ausreichend möglich, sollten ergänzend druckverteilende oder druckentlastende Hilfsmittel eingesetzt werden.
Viele Senioren bevorzugen zum Ruhen und zum Schlafen die Rückenlage oder die Bauchlage. Diese beiden Positionierungen sind jedoch mit einem hohen Dekubitusrisiko verbunden. Die 30°-Lagerung sowie die 135°-Lagerung bieten sich als schonendere Alternativen an. Sehr beliebt ist auch die 90°-Lagerung. Allerdings sind in dieser Haltung verschiedene Hautbezirke einem erhöhten Auflagedruck ausgesetzt. Diese Positionierung findet daher nur noch im Rahmen der Pneumonieprophylaxe Anwendung. Zur Pflege von Hemiplegiepatienten wird eine modifizierte Form der 90°-Lagerung genutzt, die wir aber in gesonderten Standards beschreiben. (Standards "Hemiplegie: Lagerung auf der weniger betroffenen Seite" sowie "Hemiplegie: Lagerung auf der mehr betroffenen Seite")
Die 30°-Lagerung (oder auch "Schräglagerung") führt zu einer gleichmäßigen Druckverteilung auf die Weichteile. Beide Gesäßhälften liegen auf. Das Dekubitusrisiko ist sehr gering. Diese Lagerungsform ist im Rahmen der Dekubitusprophylaxe der 90°-Lagerung vorzuziehen, da nur solche Körperbereiche mit Druck belastet werden, die relativ widerstandsfähig gegen Druckgeschwüre sind. Zudem berichten viele Senioren, dass sie diese Lagerung als angenehmer empfinden. Es gibt aber auch zahlreiche Bewohner, die diese Körperlage nicht gerne einnehmen. Die Lagerung kann i.d.R. zwei Stunden beibehalten werden.