Hildegard Peplau


Hildegard Peplau (1909 Reading, Pennsylvania - 1999)
war eine amerikanische Krankenschwester, Pflegetheoretikerin und Professorin. Sie entwickelte die Theorie der interpersonalen Beziehung, auf der das Pflegemodell der psychodynamischen Pflege basiert. Ihre Arbeiten gelten als die erste Pflegetheorie nach Florence Nightingales

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1859 erschienenen Notes on Nursing und hatten auf die Entwicklung der Pflegeforschung, der Pflegebildung, die Pflegekultur und das pflegerische Selbstverständnis einen maßgeblichen Einfluss.

  • psychodynamische Pflege
  • Phasen der Interaktion
  • Rollen einer Pflegekraft

Werdegang

Peplau legte ihr Examen als Krankenschwester im Jahre 1931 ab und leitete ab 1936 am Bennington College in Vermont den Gesundheitsdienst. Während dieser Tätigkeit nahm sie ein Studium im Fach Interpersonale Psychologie auf, das sie 1943 mit dem B.A. abschloss. Sie trat während des Zweiten Weltkrieges als First Lieutenant in das U.S. Army Nurse Corps ein und wurde in der Neurologie und Psychiatrie eingesetzt. Nach 1945 setzte sie ihre Studien fort und graduierte als M.A. in psychiatrischer Pflege. Aus diesem Bereich und entsprechenden Einrichtungen stammen überwiegend auch ihre praktischen Erfahrungen in der Pflege. 1953 wurde Peplau in Curriculumsentwicklung promoviert. Im Jahre 1954 wurde sie als Dozentin an die Rutgers University berufen, sie habilitierte 1960. 1969 wurde sie leitende Direktorin der American Nurses Association (ANA), übernahm die Präsidentschaft der Vereinigung in den Jahren von 1970 bis 1972, von 1972 bis 1974 diente sie der ANA als Vizepräsidentin. Neben ihrer Lehrtätigkeit war sie Mitglied des Expertenrates der Weltgesundheitsorganisation und Pflegeberaterin der US Air Force, des United States Public Health Service und des National Institute of Mental Health.

In Deutschland war es die Schwesternschule der Universität Heidelberg, die als eine der ersten universitären Institutionen die Pflegetheorie Hildegard Peplaus in ihr Curriculum integrierte. In den 1990er Jahren stand Hildegard Peplau in Schriftwechsel mit der Frankfurter Pflegewissenschaftlerin Hilde Steppe.

Krankenschwester & Pflegewissenschaftlerin Direktorin der 'american nurses association', Mitglied im Expertenrat der WHO 1952 'Interpersonal relationships in nursing', Theorie der interpersonalen Beziehung in der Pflege Ihre Theorie läßt sich als Interaktionstheorie klassifizieren. Interaktionstheorien in der Pflege beschäftigen sich vor allem damit, wie Pflegekräfte und Patient:innen miteinander kommunizieren und Beziehungen gestalten.

Kernidee

Pflege ist eine therapeutische Beziehung zwischen Pflegekraft und Patient:in.

  • Fokus: Kommunikation, Vertrauen, Rollenwechsel, Unterstützung im Krankheitsprozess.
  • Phasen der Beziehung: Orientierung → Identifikation → Nutzung → Ablösung.
  • Außerhalb der Pflege: Prinzipien wie aktive Kommunikation, Empathie und Beziehungsgestaltung werden auch in Beratung, Sozialarbeit oder Psychotherapie genutzt.
    Wie beschreibt sie Gesundheit und Krankheit?
    Gesundheit ist ein fortlaufender Prozess des Wachstums & der Prsönlichkeitsentwicklung mit dem Ziel, ein kreatives und aktives Leben zu führen.
    Krankheit ist eine unvermeidliche menschliche Erfahrung. Kann der Mensch daraus lernen, kann daraus menschliches Wachstum und fortlaufende Gesundheit entstehen. Gesundheit ist also kein starrer Zustand, sondern ein dynamischer Lern- und Anpassungsprozess, welcher persönliche Entwicklung und Anpassung, bzw. Überwindung von Krankheit und Krisen vorraussetzt. Erinnert startk an das Kohärenzgefühl von Antonovsky.
    Pflege ist ein signifikanter und interpersonaler Prozess. Pflege wirkt in Kooperation mit anderen menschlichen Prozessen, die dem einzelnen in der Gesellschaft Gesundheit ermöglichen

Pflege ist ein zwischenmenschlicher Prozess, der auf Kommunikation und Interaktion beruht. Die Beziehung ist zielgerichtet, zeitlich begrenzt und dient der Förderung von Gesundheit. Die Pflegekraft übernimmt dabei verschiedene Rollen, die im Verlauf der Beziehung wechseln können.

  1. Orientierungsphase
    Aufbau von Vertrauen, Klären von Bedürfnissen, Rollen und Zielen
  2. Identifikationsphase
    Patient erkennt hilfreiche Aspekte der Beziehung im Rahmen gemeinsamer Fokussierung
  3. Nutzungsphase
    aktive Nutzung der Beziehung und der verfügbaren Hilfen zur Problembearbeitung
  4. Ablösungsphase
    Erreichen von Zielen, wachsende Unabhängigkeit, geplanter Abschluss

    Rollen der Pflegefachperson

Abhängig von Phase und Bedarf nimmt die Pflegefachperson unterschiedliche Rollen im Prozess ein:

Fremder ("Stranger")
Ressourcenperson
Lehrende
Führende ("Leader")
Stellvertreter
Berater

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