chronisch venöse Insuffizienz

CVI

Definition

Die chronisch venöse Insuffizienz (CVI) ist eine dauerhafte Erkrankung der Beinvenen, bei der das venöse Blut nicht mehr ausreichend zum Herzen zurücktransportiert wird. Ursache ist meist eine Schädigung der Venenklappen oder der Venenwand. Dadurch staut sich Blut in den Beinen, der Venendruck steigt an und es kommt langfristig zu Gewebeveränderungen.


Anatomie

Aufbau des Venensystems

Das Venensystem der Beine besteht aus drei Bereichen:

  • Oberflächliche Venen

    • liegen direkt unter der Haut
    • z. B. Vena saphena magna und parva
  • Tiefe Venen

    • verlaufen zwischen den Muskeln
    • transportieren etwa 90 % des venösen Blutes
  • Perforansvenen

    • verbinden oberflächliche und tiefe Venen
    • sorgen für den Blutfluss in Richtung der tiefen Venen

Venenklappen

  • wirken wie Einwegventile
  • verhindern das Zurückfließen des Blutes
  • arbeiten zusammen mit der Muskelpumpe

Muskelpumpe

Beim Gehen kontrahieren die Wadenmuskeln.

→ Die tiefen Venen werden zusammengedrückt.

→ Das Blut wird nach oben gepresst.

→ Die Venenklappen verhindern den Rückfluss.

Deshalb wird die Wade oft als "zweites Herz" bezeichnet.


Pathophysiologie

Bei der CVI schließen die Venenklappen nicht mehr vollständig.

Dadurch fließt bei jedem Stehen oder Sitzen Blut wieder nach unten zurück (Reflux).

Die Folgen:

  1. Blutstau in den Beinvenen
  2. Erhöhter Venendruck (venöse Hypertonie)
  3. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus → Ödeme
  4. Sauerstoff- und Nährstoffversorgung verschlechtern sich
  5. Entzündliche Veränderungen der Haut und des Unterhautgewebes
  6. Im Endstadium entsteht das Ulcus cruris venosum ("offenes Bein").

Ursachen / Risikofaktoren

Primäre CVI

  • angeborene Bindegewebsschwäche
  • erbliche Veranlagung
  • zunehmendes Alter

Sekundäre CVI

  • tiefe Venenthrombose (postthrombotisches Syndrom)
  • Verletzungen der Venen
  • selten Tumoren mit venöser Abflussbehinderung

Allgemeine Risikofaktoren

  • langes Stehen oder Sitzen
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • Rauchen
  • weibliches Geschlecht
  • zunehmendes Alter

Symptome

Frühe Symptome

  • schwere Beine
  • müde Beine
  • Spannungsgefühl
  • Knöchelödeme (abends stärker)
  • Beschwerden bessern sich durch Hochlagern

Fortgeschrittene Symptome

  • sichtbare Krampfadern
  • Hautverfärbungen (bräunlich durch Hämosiderin)
  • trockene, schuppige Haut
  • Juckreiz
  • Verhärtung des Unterhautgewebes (Lipodermatosklerose)

Spätstadium

  • Ulcus cruris venosum
  • schlecht heilende Wunden
  • häufig wiederkehrende Entzündungen

Diagnostik

Anamnese

  • Beschwerden
  • Dauer
  • familiäre Belastung
  • frühere Thrombosen

Körperliche Untersuchung

  • Hautveränderungen
  • Varizen
  • Ödeme
  • Wundbeurteilung

Apparative Diagnostik

  • Duplexsonographie (Standard)
  • Doppler-Ultraschall
  • Phlebographie (heute selten)

Therapie

Konservative Therapie

Kompressionstherapie

  • Kompressionsstrümpfe
  • Kompressionsverbände

→ wichtigste Basistherapie

Bewegung

  • regelmäßiges Gehen
  • Venengymnastik
  • Aktivierung der Muskelpumpe

Hochlagern der Beine

  • senkt den Venendruck
  • reduziert Ödeme

Hautpflege

  • rückfettende Cremes
  • Schutz der empfindlichen Haut

Medikamentöse Therapie

  • Venentherapeutika (unterstützend)
  • Schmerztherapie bei Bedarf

Operative Verfahren

  • Varizenoperation
  • endovenöse Lasertherapie
  • Radiofrequenzablation
  • Sklerosierung ("Verödung")

Komplikationen

  • chronische Ödeme
  • Hautekzeme (Stauungsekzem)
  • Ulcus cruris venosum
  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • wiederkehrende Thrombosen

Pflegerische Besonderheiten

Beobachtung

  • Hautfarbe
  • Temperatur
  • Ödeme
  • Schmerzen
  • Umfang der Beine
  • Wundheilung
  • Zeichen einer Infektion

Maßnahmen

  • korrekter Sitz der Kompression
  • Mobilisation fördern
  • Beine regelmäßig hochlagern
  • Hautpflege durchführen
  • ausreichende Flüssigkeitsaufnahme fördern
  • auf Druckstellen unter Kompressionsmaterial achten

Beratung

  • tägliche Bewegung
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • langes Sitzen und Stehen vermeiden
  • Kompressionsstrümpfe konsequent tragen
  • Fuß- und Hautpflege erklären

Prophylaxe

  • regelmäßige Bewegung
  • Wadenmuskeltraining
  • Normalgewicht anstreben
  • Beine regelmäßig hochlagern
  • langes Sitzen oder Stehen unterbrechen
  • ausreichend trinken
  • Kompressionsstrümpfe bei Risikopatienten tragen
  • Venengymnastik

Merksätze

💡 Arterien bringen das Blut hin – Venen bringen es zurück.

💡 Die Muskelpumpe ist der wichtigste Motor des venösen Rückstroms.

💡 Kompression ist die wichtigste konservative Therapie der CVI.

💡 Ödeme entstehen durch erhöhten Venendruck und Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe.

💡 Die häufigste Spätkomplikation der CVI ist das Ulcus cruris venosum.


CEAP-Klassifikation

Die CEAP-Klassifikation ist der internationale Standard zur Einteilung chronischer Venenerkrankungen. Für die Pflege reicht meist die klinische Einteilung (C0–C6):

Stadium Beschreibung
C0 keine sichtbaren Veränderungen
C1 Besenreiser
C2 Varizen
C3 Ödeme
C4 Hautveränderungen
C5 abgeheiltes Ulcus
C6 aktives Ulcus

Unterschied: CVI – Varikosis – TVT

Diese Begriffe werden oft verwechselt:

Erkrankung Was ist das?
Varikosis Erweiterte, geschlängelte oberflächliche Venen (Krampfadern); kann ohne Beschwerden bestehen und ist ein Risikofaktor für eine CVI.
Chronisch venöse Insuffizienz (CVI) Funktionelle Folge eines dauerhaft gestörten venösen Rückstroms mit Ödemen, Hautveränderungen und ggf. Ulcus.
Tiefe Venenthrombose (TVT) Akuter Verschluss einer tiefen Vene durch ein Blutgerinnsel; kann eine Lungenembolie verursachen und später zu einer sekundären CVI (postthrombotisches Syndrom) führen.

Diese Einordnung hilft enorm, weil sie zeigt, dass Varikosis, CVI und TVT zwar zusammenhängen können, aber drei unterschiedliche Erkrankungen sind. Das ist eine Unterscheidung, die in Prüfungen und im Berufsalltag immer wieder wichtig ist.


Sehr gerne. Das ist sogar ein Punkt, den viele Lehrbücher nur oberflächlich erklären. Wenn man versteht, warum ein Ulcus etwas völlig anderes ist als eine normale Wunde, versteht man auch die Therapie.


Was unterscheidet ein Ulcus von einer "normalen" Wunde?

Der wichtigste Unterschied ist eigentlich die Entstehung.

Normale Wunde Ulcus
entsteht durch eine äußere Verletzung (Schnitt, Sturz, OP) entsteht durch eine innere Erkrankung
Haut war vorher gesund Haut und Gewebe sind bereits vorgeschädigt
heilt meist innerhalb weniger Wochen heilt oft über Monate oder Jahre nicht
Ursache verschwindet meist sofort Ursache besteht weiter (z. B. venöser Rückstau)

Ein Ulcus ist also keine Verletzung, sondern ein Gewebedefekt, der durch eine Grunderkrankung entstanden ist.


Warum entsteht ein venöses Ulcus?

Stell dir einen Gartenschlauch vor.

Vorne fließt ständig Wasser hinein.

Hinten ist der Abfluss aber verstopft.

Mit der Zeit steigt der Druck immer weiter an.

Genau das passiert in den Beinvenen.

Die Venenklappen schließen nicht mehr richtig.

Das Blut staut sich.

Der Venendruck steigt.

Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus.

Die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) werden zusammengedrückt.

Die Haut erhält immer weniger Sauerstoff und Nährstoffe.

Sie wird immer empfindlicher.

Schon kleinste Verletzungen heilen nicht mehr.

Es entsteht ein Ulcus cruris venosum.

Der eigentliche Auslöser kann also ein winziger Kratzer oder gar kein erkennbares Trauma sein – das Gewebe ist durch die chronische venöse Insuffizienz bereits so geschädigt, dass es "aufgibt".


Warum heilt ein Ulcus so schlecht?

Hier liegt der große Unterschied.

Eine normale Wunde besitzt alle Voraussetzungen zur Heilung:

  • gute Durchblutung
  • ausreichend Sauerstoff
  • genügend Nährstoffe
  • funktionierende Immunzellen

Beim Ulcus fehlt genau das.

Zusätzlich besteht dauerhaft:

  • venöser Bluthochdruck
  • Ödem
  • chronische Entzündung
  • gestörter Zellstoffwechsel

Das bedeutet:

Die Ursache der Wunde besteht Tag für Tag weiter.

Man könnte sagen:

Eine normale Wunde heilt, weil der Körper repariert.

Ein Ulcus heilt schlecht, weil gleichzeitig ständig neuer Schaden entsteht.

Bei chronischen Wunden bleibt die Entzündungsphase oft bestehen. Entzündungszellen setzen vermehrt Enzyme (u. a. Matrix-Metalloproteinasen, MMP) frei, die nicht nur abgestorbenes, sondern auch neu gebildetes Gewebe abbauen können. Dadurch kommt die Wundheilung nur langsam oder gar nicht voran. (hartmann.info)


Therapie des Ulcus cruris venosum

Hier ist ein wichtiger Grundsatz:

Man behandelt nicht nur die Wunde – sondern vor allem ihre Ursache.

Ohne Behandlung der venösen Stauung heilt das Ulcus meist nicht oder kehrt nach der Abheilung wieder zurück. (DGPL)

1. Kompressionstherapie ⭐⭐⭐⭐⭐

Die wichtigste Maßnahme überhaupt.

Sie

  • verkleinert die erweiterten Venen,
  • verbessert den venösen Rückstrom,
  • reduziert Ödeme,
  • senkt den Venendruck,
  • verbessert die Sauerstoffversorgung des Gewebes.

Kompression ist deshalb die Basistherapie der venösen Ulzera. (hartmann.info)


2. Wundbehandlung

Heute gilt die feuchte, phasengerechte Wundversorgung als Standard.

Reinigungsphase

Ziel:

  • Beläge entfernen
  • Nekrosen beseitigen
  • Keimzahl reduzieren
  • ein sauberes Wundbett schaffen

Falls erforderlich erfolgt ein Débridement, also das Entfernen von abgestorbenem Gewebe – chirurgisch, mechanisch, autolytisch oder enzymatisch.


Granulationsphase

Jetzt wächst neues Bindegewebe.

Die Wunde sollte

  • sauber,
  • geschützt
  • und gleichmäßig feucht

gehalten werden.


Epithelisierungsphase

Nun wandern Hautzellen vom Wundrand ein.

Das Ziel:

Die Wunde schließt sich langsam.

Ein feuchtes Wundmilieu unterstützt diesen Prozess und verhindert das Austrocknen des neu gebildeten Gewebes. (hartmann.info)


3. Behandlung der Ursache

Je nach Ursache:

  • Varizen veröden
  • Lasertherapie
  • Radiofrequenzablation
  • operative Entfernung erkrankter Venen

Dadurch sinkt der venöse Druck dauerhaft.


4. Bewegung

Fast genauso wichtig wie Kompression.

Denn:

Kompression wirkt am besten zusammen mit der Muskelpumpe.

Deshalb empfehlen Leitlinien:

  • Gehen
  • Venengymnastik
  • Fußübungen

Regelmäßige Bewegung verbessert nachweislich die Heilung und unterstützt die Wirkung der Kompression. (AWMF Leitlinienregister)


5. Hautpflege

Die Umgebungshaut ist oft

  • trocken
  • entzündet
  • schuppig
  • juckend

Deshalb:

  • pH-neutrale Reinigung
  • rückfettende Pflege
  • Schutz vor neuen Verletzungen

Pflegerische Ziele

  • Schmerzen lindern
  • Infektionen vermeiden
  • Exsudat kontrollieren
  • Kompression korrekt anwenden
  • Mobilität fördern
  • Selbstständigkeit erhalten
  • Rezidive verhindern

Merksatz

Ein Ulcus heilt nicht, weil die Wunde gut versorgt wird – sondern weil die Ursache der Wunde beseitigt wird.

Die Wundversorgung unterstützt die Heilung, die Kompression ermöglicht sie.

Ich finde, dieser Satz bringt den Kern der Therapie sehr gut auf den Punkt und hilft, die Prioritäten richtig einzuordnen.


Der Referent - Dr. Joshua Trock - ist Physiotherapeut in einer Venenklinik und versucht, eine Lücke zu schließen: Nicht jede Form von Sport ist bei bestehender venöser Insuffizienz automatisch gleich gut. Er stellt dabei einige interessante Studien vor. Gleichzeitig sollte man wissen, dass manche Schlussfolgerungen seine Interpretation sind und noch nicht durch starke Leitlinien abgesichert sind. Er weist selbst mehrfach darauf hin, dass die Studienlage begrenzt ist.


Sport bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI)

Kernaussage

Regelmäßige Bewegung ist grundsätzlich eine der wichtigsten Maßnahmen bei einer chronisch venösen Insuffizienz.

Allerdings sind nicht alle Sportarten gleich günstig. Entscheidend sind:

  • Intensität
  • Dauer
  • Hitze
  • bestehende Schädigung der Venen und des Lymphsystems

Bei fortgeschrittener CVI kann eine hohe Belastung die Beschwerden vorübergehend verstärken.


Warum Bewegung normalerweise hilft

Bewegung aktiviert die Wadenmuskelpumpe.

Dadurch

  • verbessert sich der venöse Rückstrom,
  • der Venendruck sinkt,
  • weniger Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus,
  • Ödeme nehmen ab.

Deshalb gilt Bewegung weiterhin als Grundpfeiler der konservativen Therapie.


Warum intensive Belastung Probleme machen kann

Der Referent erklärt folgenden Mechanismus:

Bei körperlicher Belastung

  • erweitern sich die Arterien,
  • mehr Blut fließt in die Muskulatur,
  • der Kapillardruck steigt,
  • mehr Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus.

Normalerweise transportiert das Lymphsystem diese Flüssigkeit wieder ab.

Bei einer bestehenden CVI ist dieser Abtransport jedoch häufig bereits eingeschränkt.

Die Folge kann sein:

  • schwere Beine
  • Spannungsgefühl
  • Schwellungen
  • verstärkte Beschwerden nach dem Sport

Studien aus dem Vortrag

1. University of Maryland – Screening von Mitarbeitern

636 Beschäftigte im Gesundheitswesen

Ergebnisse:

  • 72 % berichteten über gelegentliche Beinschmerzen.
  • 42 % hatten abendliche Beinschwellungen.
  • Nur 2,7 % trugen Kompressionsstrümpfe.
  • Bei 71 % wurde im Ultraschall eine venöse Insuffizienz festgestellt.

Bedeutung

Venenerkrankungen scheinen deutlich häufiger zu sein als viele Betroffene vermuten.


2. Studie zu Ausdauersportlern

Untersucht wurde, wie sich langjähriger Ausdauersport auf die Venen auswirkt.

Ergebnisse:

Ausdauersportler entwickeln

  • größere Venen,
  • ein höheres Blutvolumen in den Venen,
  • mehr Perforansvenen.

Das verbessert zunächst die Leistungsfähigkeit.

Falls später jedoch eine Venenschwäche entsteht, kann dieses größere Venensystem auch stärkere Beschwerden verursachen.

Der Zusammenhang wird derzeit noch erforscht.


3. Studie zu verzögertem Muskelkater (DOMS)

Gesunde Marathonläufer absolvierten eine intensive Belastung.

Anschließend wurde das Lymphsystem untersucht.

Ergebnis

Noch 3–5 Tage nach dem Training

  • bestand vermehrte Flüssigkeit im Unterhautgewebe,
  • arbeitete das Lymphsystem deutlich stärker,
  • zeigte sich eine vorübergehende Überlastung des Lymphabflusses.

Schlussfolgerung

Bereits gesunde Menschen entwickeln nach intensiver Belastung eine vorübergehende Flüssigkeitsansammlung.

Bei einer bestehenden CVI könnte dieser Effekt stärker ausgeprägt sein.


4. Studie zum Lymphsystem bei CVI

Patienten mit verschiedenen Stadien der CVI wurden untersucht.

Ergebnis:

Bereits ab CEAP-Stadium C3 (Ödeme) fanden sich Hinweise auf eine Überlastung bzw. Schädigung des Lymphsystems.

Deshalb empfehlen Fachgesellschaften:

Patienten mit einer CVI ab Stadium C3 sollten gleichzeitig auch hinsichtlich einer lymphatischen Beteiligung behandelt werden.


5. Systematisches Review zu Sport

Mehrere Sportarten wurden miteinander verglichen.

Positiv

  • Schwimmen
  • Aquagymnastik
  • Wassergymnastik

Weniger günstig

Sehr intensive Sportarten führten häufiger zu

  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • schweren Beinen

Die Autoren betonen jedoch:

Die Studienlage ist insgesamt noch begrenzt.


Welche Sportarten erscheinen besonders geeignet?

⭐⭐⭐ Sehr empfehlenswert

Schwimmen

Nach Aussage des Referenten vermutlich die beste Sportart.

Warum?

Das Wasser wirkt wie ein natürlicher Kompressionsstrumpf.

Zusätzlich

  • werden die Wadenmuskeln aktiviert,
  • Gelenke geschont,
  • die Beine gekühlt.

Aquafitness

  • gleiche Vorteile wie Schwimmen
  • besonders gut bei Übergewicht

Spazierengehen

  • aktiviert dauerhaft die Muskelpumpe
  • geringe Belastung
  • gut in den Alltag integrierbar

Radfahren (moderat)

  • gleichmäßige Muskelarbeit
  • geringe Stoßbelastung
  • gute Aktivierung der Waden

Venengymnastik

  • Fußkreisen
  • Zehenstand
  • Wippen
  • Sprunggelenksbewegungen

Sportarten mit Vorsicht

Nicht verboten – aber bei ausgeprägter CVI eventuell belastender:

  • Marathon
  • Langstreckenlauf
  • HIIT
  • CrossFit
  • Powerlifting
  • Strongman
  • intensives Bodybuilding

Besonders ungünstig können sein:

  • sehr lange Belastungen,
  • hohe Intensität,
  • Training bei Hitze,
  • langes Sitzen direkt nach dem Sport.

Empfohlene Maßnahmen rund um den Sport

Der Referent empfiehlt insbesondere für Patienten mit nachgewiesener CVI:

  • Kompressionsstrümpfe beim Sport (je nach Situation)
  • Kompression nach dem Sport
  • Beine nach Belastung für 10–15 Minuten über Herzniveau hochlagern
  • regelmäßige Bewegung statt seltener Extrembelastungen
  • langes Sitzen nach dem Training vermeiden

Fazit

Die wichtigste Botschaft lautet:

Bewegung bleibt eine der wichtigsten Therapien der chronisch venösen Insuffizienz.

Bei fortgeschrittener CVI sollte das Training jedoch individuell angepasst werden. Besonders geeignet sind regelmäßige, gelenkschonende Ausdauersportarten mit moderater Intensität, während sehr intensive oder langandauernde Belastungen Beschwerden vorübergehend verstärken können. Kompression, Bewegung und anschließendes Hochlagern der Beine können helfen, den venösen und lymphatischen Rückstrom zu unterstützen.


Meine Einschätzung

Ich finde an dem Vortrag besonders interessant, dass er die Verbindung zwischen Venen und Lymphsystem in den Vordergrund stellt. Das entspricht auch dem aktuellen Verständnis: Bei fortgeschrittener CVI ist oft nicht nur das Venensystem betroffen, sondern auch der Lymphabfluss. Etwas vorsichtiger wäre ich jedoch bei der Aussage, dass bestimmte Sportarten die Erkrankung langfristig verschlechtern. Dafür gibt es bislang keine überzeugende Evidenz. Gut belegt ist dagegen, dass Kompression, Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung und die Aktivierung der Wadenmuskelpumpe die Symptome verbessern und die Lebensqualität steigern.

Previous Next