s.c. Injektion

s.c. (= subkutan = „unter die Haut“) ist in der Pflege so der Klassiker für Medikamente, die langsam und gleichmäßig aufgenommen werden sollen. Typische Stellen sind Bauch, Oberschenkel oder Oberarm.

Häufige s.c.-Injektionen in der Pflege

1. Insulin

Typischer Superstar der Altenpflege — vermutlich Platz 1 der täglichen s.c.-Injektionen.

Beispiele

  • Insulin glargine
  • Insulin lispro
  • Insulin aspart

Häufigkeit

  • oft 1–4× täglich
  • manchmal zusätzlich nach BZ-Schema („Sliding Scale“)

Besonderheiten

  • Resorptionsort wichtig:

    • Bauch → schneller
    • Oberschenkel → langsamer
  • Einstichstellen wechseln → sonst Lipohypertrophien („Insulinbeulen“)
  • nicht in verhärtete Stellen spritzen
  • Hypoglykämiegefahr 👀

Und ja: Beim Pen wird das Insulin meist nicht mehr aufgezogen wie früher aus einer Ampulle. Heute steckt meist eine Patrone im Pen, und man:

  1. schraubt eine neue Nadel auf
  2. stellt die Einheiten ein
  3. injiziert

Das Aufziehen aus Durchstechflaschen sieht man eher noch in Kliniken oder Spezialfällen.


2. Heparin / Thromboseprophylaxe

Beispiele

  • Enoxaparin
  • Dalteparin

Häufigkeit

  • oft 1× täglich
  • manchmal 2× täglich

Besonderheiten

  • meist Bauchfalte
  • kleine Hämatome extrem häufig
  • Luftblase in Fertigspritzen oft absichtlich drin → nicht herausdrücken
  • nicht reiben/massieren danach

Das ist übrigens eine dieser Situationen, wo Bewohner irgendwann aussehen wie ein abstraktes Kunstprojekt aus kleinen blauen Punkten 😅


3. GLP-1-Analoga („Abnehmspritzen“ / Diabetes)

Beispiele

  • Semaglutide
  • Dulaglutide

Häufigkeit

  • oft 1× wöchentlich

Besonderheiten

  • sehr dünne Nadeln
  • häufig Übelkeit anfangs
  • inzwischen extrem verbreitet bei Diabetes Typ 2

4. Schmerzmittel / Palliativmedizin

Beispiele

  • Morphine
  • Hydromorphone

Häufigkeit

  • individuell
  • oft über Perfusor kontinuierlich

Besonderheiten

  • in der Palliativpflege sehr wichtig
  • s.c. oft angenehmer als dauernd neue i.v.-Zugänge
  • auch bei schlechter Venenlage nützlich

5. Biologika / Immuntherapien

Beispiele

  • Adalimumab
  • Etanercept

Häufigkeit

  • oft alle 1–2 Wochen

Besonderheiten

  • häufig Selbstinjektion zuhause
  • gekühlt lagern
  • brennen manchmal beim Injizieren

Typische s.c.-Injektionsstellen

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Allgemeine pflegerische Besonderheiten

Winkel

  • meist 45° oder 90°
  • abhängig von Nadellänge und Unterhautfettgewebe

Hautfalte

  • besonders bei dünnen Menschen wichtig

Menge

  • s.c. eher kleine Mengen
  • meist bis ca. 1–2 ml

Beobachtung

  • Rötung
  • Schwellung
  • Hämatom
  • Schmerzen
  • Verhärtungen

Dokumentation

  • Medikament
  • Dosis
  • Uhrzeit
  • Einstichstelle
  • Wirkung/Nebenwirkungen

Der große Vorteil von s.c. ist eigentlich: „relativ einfach, relativ sicher, relativ langsam“. So ein bisschen der Kombi der Pflegewelt — nicht spektakulär, aber zuverlässig 😄